Lebensraum A8 sagt Gespräch in Wien ab
Sonntag, November 1st, 2009Geplanter Runder Tisch am 2.11. bis auf Weiteres verschoben, da Vertreter des Vereins Lebensraum A8 die Teilnahme an wertlosen Gesprächen verweigern
Im August sagte der Lebensraum A8 bereits geplante Autobahndemonstrationen ab und AnrainerInnen der Innkreisautobahn A8 schöpften Hoffnung. Denn Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr und Vertreter der ASFINAG stimmten einer Neuberechnung des Lärmschutzes an der A8 im derzeitigen Bauabschnitt Pichl-Meggenhofen zu. Kritikpunkte des Lebensraumes A8 sollten nun einfließen und die tatsächlich zu erwartende Belastung an der Innkreisautobahn so ans Licht kommen. Der Lebensraum A8 kritisierte immer wieder das Nicht-Standhalten des Lärmschutzes in der Zukunft. Bereits in 10 Jahren würde eine erhebliche Anzahl von AnrainerInnen (viele Hundert) wieder über den Grenzwerten für Lärm in den Nachstunden (50 Dezibel) belastet sein.
Vor allem soll in der Berechnung erstmals die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit der LKW mit 88km/h anstelle der Soll-Geschwindigkeit von 60km/h in den Nachtstunden herangezogen werden (Unterschied rund 2-3 dB). Weiters sollte die Neuberechnung die nachlassende Wirkung des lärmmindernden Belages berücksichtigen (mehr als 2 dB nach 5-9 Jahren).
Der auf der Richtungsfahrbahn Suben bereits montierte und auf der Gegenfahrbahn geplante Lärmschutz ist so knapp dimensioniert, dass sich enorm viele Häuser genau unter dem 50 dB-Grenzwert befinden (47-49 dB). Eine Veränderung um wenige Dezibel lässt somit die Anzahl von Häusern über dem Grenzwert explodieren.
Am 2.11. wären die Ergebnisse den Lebensraum A8-Vertretern, Bürgermeistern und Landespolitikern präsentiert worden. In dieser Woche gab es telefonische Informationen der ASFINAG an den Lebensraum A8. Laut ASFINAG bringe die Neuberechnung keine veränderten Daten hervor, sondern bestätige die bisherige Berechnung. Auf Nachfrage, wie dies möglich sei, war zu erfahren, dass man den momentanen Rückgang des LKW Verkehrs, verursacht durch die Wirtschaftskrise, einfließen lässt und dies das Ergebnis erheblich beeinflusst. Neubau- und Ausbaupläne an anderen Strecken begründet die ASFINAG allerdings mit Verkehrszunahmen. Die ASFINAG biegt die Ergebnisse hin nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“
Der Vorstand des Lebensraumes A8 entschied den Termin aus folgenden Gründen abzusagen.
- Ein Gespräch „auf gleicher Augenhöhe“ ist ohne schriftliche Unterlagen nicht möglich.
- Eine bloße Präsentation der neuen Berechnungen für den Lärmschutz durch die ASFINAG verhindert ein konstruktives Gespräch und erscheint dem Lebensraum A8 als Zeit- und Geldverschwendung.
- Auch ist es notwendig, die Landespolitiker, die ihre Unterstützung und ihr Kommen zugesagt haben, im Vorhinein zu informieren.
- Die Teilnahme von Ministerin Bures und/oder Kabinettchef Dr. Reschreiter konnte ebenfalls nicht zugesichert werden. Eine Fahrt nach Wien erübrigt sich allein schon aus diesem Grund.
Mit Hilfe der beratenden Funktion eines Lärmtechnikers will der Lebensraum A8 nun selbst auf Basis der Daten der ASFINAG Berechnungen anstellen und die Ergebnisse bei einem neuen Termin in Wien ebenfalls präsentieren. Ein Einfließen der momentanen Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Berechnungen ist für den Lebensraum A8 nicht akzeptabel.