Vertreter des Bundesministeriums, der ASFINAG, Landespolitiker und Anrainervertreter besprechen die Lärmschutzmaßnahmen an der Innkreisautobahn
Kommenden Montag, den 19. April, werden in der Geschäftsstelle der ASFINAG in Ansfelden die Weichen für den zukünftigen Lärmschutz an der Innkreisautobahn gestellt. Ob die Anrainer mit einer Ent- oder weiteren Belastung rechnen können, wird sich zeigen. An dem Gipfel teilnehmen werden Vertreter aus dem Bundesministerium für Verkehr, der ASFINAG, der Landespolitik, Bürgermeister der Anrainergemeinden, Lärmtechniker, der oö. Landesbaudirektor und Vertreter des Vereins „Lebensraum A8“ – mehr als 20 Personen.
Auslöser für diese Gesprächsrunde ist die Generalsanierung der A8, die vor einem Jahr begonnen wurde. Der Lebensraum A8 und die Bürgermeister des derzeitigen Bauloses Pichl/Kematen/Meggenhofen kritisieren den projektierten Lärmschutz stark, da er wohl eine momentane Entlastung darstellt, aber keine Nachhaltigkeit aufweist. Die Anrainervertreter wiesen immer darauf hin, dass im Jahre 2020 an vielen Wohnhäusern die Grenzwerte für Lärm in den Nachtstunden von 50 Dezibel überschritten werden. Zu diesen Überschreitungen kommt es, da der zu erwartende Anstieg des Verkehrs in den nächsten 10 Jahren und die Abnutzung der lärmmindernden Fahrbahndecke die Lärmemissionen erhöhen werden.
In einer Gegendarstellung, die der Lebensraum A8 gemeinsam mit einem Lärmtechniker ausgearbeitet hat und die eine Antwort auf die vielen Beschwichtigungen und verfälschten Berechnungen der ASFINAG sein soll, konnte nachgewiesen werden, dass die Zahl jener Häuser, an denen Grenzwerte überschritten werden, von 278 im Jahre 2006 (vor der Sanierung) bereits wieder auf rund 200 im Jahr 2020 steigen wird. Die Sanierung ist für die Anrainer somit ein Schildbürgerstreich. Die ASFINAG versprach den Anrainern aber immer einen Schutz, der mindestens 10 Jahre halten wird.
„Wenn man an der A8 in Pichl fährt, sieht man zum Teil sehr hohe Lärmschutzwände.“ Diesen Satz bekommen die Anrainervertreter des Lebensraum A8 immer wieder von Autofahrern zu hören, die somit die Aufregung der Anrainer nicht nachvollziehen können. Das besondere Problem der Innkreisautobahn ist die Fehlplanung in der Trassenführung, da die A8 mehrmals sehr dicht an Orte herangeführt wurde – und das in den 80er Jahren, wo der Großteil der Bevölkerung dort schon ansässig war. Nun gibt es große Probleme, mit herkömmlichen Lärmschutzwänden diese Gebiete zu schützen.
Ein weiteres Problem ist ein Erlass des ehemaligen Verkehrsministers Gorbach, der seit 2006 empfindliche Verschlechterungen für Lärmschutzmaßnahmen verursacht. Dieser Erlass platzte zeitlich genau in die Planungsphase der Generalsanierung. Wären den Anrainern des Bauloses Pichl bis Meggenhofen damals noch über 20 Mio € für Lärmschutzmaßnahmen zur Verfügung gestanden, sind es nun nur mehr rund 8 Mio. Wie oben bereits beschrieben, reicht diese Summe jedoch nicht für einen nachhaltigen Lärmschutz aus.
Ein Thema des A8-Gipfels wird somit die Präsentation der Gegendarstellung des Lebensraum A8 sein. Die Anrainervertreter werden an das Bundesministerium und an die ASFINAG appellieren, mehr Geld für einen ausreichenden Lärmschutz zur Verfügung zu stellen. Auch im Jahre 2020 und später sollen keine oder nur sehr wenige Wohnobjekte Grenzwertüberschreitungen aufweisen.
Ein weiterer Gesprächspunkt wird die Generalsanierung des Bauabschnitts 2 von Meggenhofen bis Haag a. H. und des Bauabschnitts 3 von Haag bis Ried i.I. sein. Auch hier soll die Forderung ein ausreichend zukunftssicherer Lärmschutz sein.
Als Drittes möchte der Lebensraum A8 erreichen, dass ein Konzept für die Anrainer außerhalb der oben beschriebenen Generalsanierungsabschnitte erarbeitet wird. Dies umfasst die Strecken vom Knoten Wels bis Pichl und von Ried bis zur Staatsgrenze Suben. Auch hier gibt es nicht wenige Gebiete, in denen die Lärmbelastung zu hoch ist.
Am prekärsten stellt sich die Situation jedoch bei jenen Wohnhäusern dar, die nahe an der Autobahn sind und alleine oder mit nur wenigen Nachbarn situiert sind. Hier ist aus Wirtschaftlichkeitsgründen eine Lärmschutzwand laut Autobahnbetreiber nicht vertretbar. Die Anrainer wollen sich aber nicht so leicht mit Lärmschutzfenstern und Schalldämmlüftern zufrieden geben. Hier soll besprochen werden, welche anderen Maßnahmen möglich sind – z.B. Plexiglaswände vor dem Grundstück – und wie diese finanziert werden können.
„Seit 1989 führen wir mit dem Ministerium und der ASFINAG Korrespondenz über verbesserten Lärmschutz. Eine Unmenge an Akten lagert kistenweise in unserem Gemeindeamt“, ärgert sich der engagierte Bürgermeister der Gemeinde Weibern, Ing. Gerhard Bruckmüller. „Alles für die Katz`! Man hat uns viel versprochen und nichts wurde gehalten. Die Zeit ist überfällig, dass es einen A8-Gipfel gibt, in dem Dinge mit Verbindlichkeit besprochen werden. Das ist man uns schuldig.“ Ing. Bruckmüller drückt aus, was vielen anderen Bürgermeistern der Anrainergemeinden am Herzen liegt. Die Erwartungen der Bürgermeister und der Anrainer und die Hoffnung, dass man mit einem Schulterschluss der Landespolitik auch etwas erreichen wird, sind demnach groß.